Renate Behle

Renate Behle (c) Marco Borggreve
Renate Behle (c) Marco Borggreve

Im Laufe ihrer mittlerweile über vier Jahrzehnte währenden Karriere hat Renate Behle eine außergewöhnliche stimmliche Vielseitigkeit bewiesen. Sie begann ihre Gesangslaufbahn als lyrischer Mezzosopran. Nach ihrem Studium in Graz und Rom war Renate Behle zwei Jahre am Badischen Staatstheater Karlsruhe beschäftigt. 1974 wechselte sie in den Chor des Norddeutschen Rundfunks. Fünf Jahre später folgte eine Verpflichtung ans Musiktheater im Revier Gelsenkirchen.
 
1982 wurde sie an die Niedersächsische Staatsoper Hannover engagiert, wo sie 15 Jahre lang Ensemblemitglied blieb und sich ein weitgespanntes Repertoire aus Partien von Hänsel bis Eboli erarbeiten konnte. 1987 wurde sie zur Kammersängerin ernannt. Im selben Jahr leitete sie – nachdem sie zuletzt Partien wie Adalgisa (Norma) und Adriano (Rienzi) gesungen hatte – einen Fachwechsel ein und übernahm zunächst Rollen des jugendlichen Sopranfachs wie Sieglinde, Ariadne und Marschallin und in Folge die großen dramatischen bis hochdramatischen Partien wie Leonore (Fidelio), Isolde und Brünnhilde.

Ihren Durchbruch erreichte Renate Behle 1991 als Einspringerin in der Titelpartie von Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk an der Staatsoper Hamburg. Seitdem führten sie Auftritte an die bekanntesten Opernhäuser und Festivals der Welt. Sie sang die Leonore an der Metropolitan Opera in New York, an der Wiener Staatsoper, an der Staatsoper Hamburg, an der Semperoper Dresden und bei den Salzburger Festspielen. Sie interpretierte die Isolde  in Los Angeles, Houston, Dresden und Savonlinna. Als Salome trat sie an der Mailänder Scala, in Dresden und Buenos Aires auf. Viele weitere deutsche und italienische Partien gehörten und gehören zu ihrem Repertoire, beispielsweise Senta, Sieglinde, Brünnhilde, Ariadne, Marschallin (u. a. in Hamburg unter Christian Thielemann), Chrysothemis und Färberin ebenso wie Fanciulla, Tosca und Verdis Lady Macbeth. 2007 nahm Renate Behle von diesem Repertoire Abschied und singt mittlerweile vorwiegend Partien für dramatischen Mezzosopran wie beispielsweise Herodias und Klytämnestra.

Neben ihrem umfangreichen klassischen Repertoire widmete sich Renate Behle von jeher mit großer Leidenschaft der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Die ersten wesentlichen Aufgaben in diesem Bereich waren die Partie der Regine in der Deutschen Erstaufführung von Rolf Liebermanns La Forêt (Der Wald) bei den Schwetzinger Festspielen (1988; 1989 an der Oper Frankfurt) und die Kassandra in Aribert Reimanns Troades. Eine besonders enge Zusammenarbeit verbindet sie mit Wolfgang Rihm. Außerdem sang sie die Hauptpartie in Dukas’ Ariane et Barbe-Bleue in Hamburg und New York und die Agaue in Henzes Die Bassariden in Hamburg und München.

Die gebürtige Österreicherin lebt seit 1971 in ihrer Wahlheimatstadt Hamburg, wo sie von 2000 bis 2010 an der Hochschule für Musik und Theater eine Professur für Gesang innehatte.

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