Georges Delnon

Georges Delnon (c) Nina Urban
Georges Delnon (c) Nina Urban

Georges Delnon wurde 1958 in Zürich geboren. Er studierte Geschichte und Kunstgeschichte an den Universitäten Bern und Fribourg sowie Komposition und Musiktheorie am Konservatorium Bern. Regieassistenzen unter anderem bei Jean-Pierre Ponnelle, Götz Friedrich und Giorgio Strehler rundeten seine Ausbildung ab.

Es folgten erste Opern- und Schauspielinszenierungen: Carmen und Die Fledermaus an der Oper Frankfurt, Dido and Aeneas in Toulouse, The Rape of Lucretia in Düsseldorf und Basel, Fräulein Julie in Essen, Griselda (Vivaldi) in Genf, Der junge Lord (Henze), Maria Stuart und Ezio für die Händelfestspiele in Karlsruhe sowie Die schwarze Spinne (Heinrich Sutermeister), Das Lachen der Schafe (Jacques Demierre) und König für einen Tag (Ingomar Grünauer) für das Lucerne Festival. 1996 übernahm Georges Delnon seine erste Intendanz am Theater der Stadt Koblenz und war Mitbegründer der Festungsspiele Koblenz. Von 1999 bis 2006 war er Intendant des Staatstheaters Mainz, an dem zahlreiche Regiearbeiten entstanden. Die Wiedereröffnung des Großen Hauses nach der vollständigen Sanierung erfolgte 2001 mit seiner Inszenierung der Oper Saul (Händel).

Weitere Regiearbeiten in dieser Zeit waren Il figlio delle selve (Ignaz Holzbauer) für die Schwetzinger Festspiele und das Féstival Radio France Montpellier. Zudem wirkte Georges Delnon als Schauspieler im Film Heimat 3 von Edgar Reitz mit. 2004 inszenierte er die Uraufführung von Mark Andrés 22,13 für die Münchener Biennale, das Festival d’Automne à Paris und die Opéra national de Paris. 2005 und 2006 brachte er die Uraufführung Zaubern von Frederik Zeller und die Barockoper Proserpina von Joseph Martin Kraus für die Schwetzinger Festspiele auf die Bühne.

Von 2006 bis 2015 war Georges Delnon Direktor des Theater Basel, dem größten Dreispartenhaus der Schweiz. 2009 und 2010 wurde das Theater in der Kritiker-Umfrage der Zeitschrift Opernwelt zweimal zum Opernhaus des Jahres gewählt. 2010 übernahm er die Regie für die TV-Produktion Aida am Rhein von Giuseppe Verdi. Beim Lucerne Festival inszenierte er 2012 die Uraufführung von Alfred Zimmerlins Musiktheater Das Licht und 2013 von Michael Wertmüllers Musiktheater Anschlag.
 
Von 2009 bis 2016 war Georges Delnon Künstlerischer Leiter des Musiktheaters der Schwetzinger SWR Festspiele. Die beiden Produktionen Proserpina 2009 und Koma 2016 werden in der Opernwelt als Uraufführungen des Jahres ausgezeichnet.

Seit 2015 ist Georges Delnon Intendant der Staatsoper Hamburg und des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg. 2017 wurde Alban Bergs Lulu in der Opernwelt zur Aufführung des Jahres gewählt, und Regisseur Christoph Marthaler erhielt für diese Inszenierung den Deutschen Theaterpreis Der Faust. Im Sommer 2018 wurde Georges Delnons Hamburger Zauberflöten-Inszenierung für Jugendliche Erzittre, feiger Bösewicht in Shanghai gezeigt.

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