Großes Festspielhaus

Seit 1967 ist das Große Festspielhaus die Hauptspielstätte der Osterfestspiele Salzburg. Opern sowie Orchester- und Chorkonzerte werden hier aufgeführt. 1960 eröffnete Herbert von Karajan, der Gründer der Osterfestspiele, das neue Gebäude musikalisch.

Innenansicht Festspielhaus der Stadt Salzburg
Das Große Festspielhaus in Salzburg © Luigi Caputo

Das Große Festspielhaus wurde durch den Architekten Clemens Holzmeister geplant und von 1956 bis 1960 anstelle des ehemaligen fürsterzbischöflichen Marstalls (Hofstallungen) errichtet. Die Eröffnung des neuen Hauses erfolgte am 26. Juli 1960 mit einem Festakt sowie mit der Premiere einer neuen Opernproduktion: Richard Strauss’ Oper Der Rosenkavalier unter der Leitung von Herbert von Karajan stand auf dem Programm.

Eine der größten Bühnen der Welt

Um Raum für eine der größten Bühnen der Welt und das riesige Bühnenhaus zu schaffen, wurden 55.000 Kubikmeter Fels des Mönchsbergs gesprengt und abgetragen. Ursprünglich verlief hinter den ehemaligen Hofstallungen eine Gasse zwischen Gebäude und Berg, nun schmiegt sich der gesamte Gebäudekomplex direkt an den Felsen. Die Maße sind beeindruckend: In der Gesamtbreite misst die Bühne 100 Meter, die Bühnenportalbreite beträgt 30 Meter. Der imposante, nahezu quadratische Zuschauerraum fasst 2.179 Sitzplätze und bietet im Parterre wie am Rang ausgezeichnete Akustik.

Tradition und Modernisierung

In seiner Grundstruktur erfüllt das Große Festspielhaus trotz seines Alters von über 55 Jahren nach wie vor aktuelle künstlerische, technische und praktische Ansprüche, wobei durch Adaptierungen und Modernisierungen die Erfordernisse der Zeit berücksichtigt werden. So wurde etwa die Konzertmuschel im Jahr 1993 von dem Bühnenbildner Richard Peduzzi erneuert. Je nach Besetzungsgröße des Orchesters und/oder Chores steht eine große und eine kleine Variante zur Verfügung.

Sitzplan Großes Festspielhaus mit Preisen 2018
Sitzplan Großes Festspielhaus mit Preisen 2018

Foyers und Pausensäle

Bei der Ausgestaltung des Großen Festspielhauses wurde schwerpunktmäßig heimisches Material verwendet, so etwa Adneter Marmor für den Boden des Eingangsfoyers. Auch Kunst verschiedener Epochen findet ihren Platz: Zwei Plastiken aus Carrara-Marmor von Wander Bertoni versinnbildlichen die Musik und das Theater. Die vier kreuzförmigen Großgemälde zwischen den Eingangstüren tragen den Titel Dreams with the Wrong Solutions und stammen von dem New Yorker Maler und Bildhauer Robert Longo.

Im ebenerdig gelegenen Pausensaal blieben weitgehend die Grundzüge des fürsterzbischöflichen Marstalls erhalten. Das Stahlrelief an der Wand von Rudolf Hoflehner ist eine Huldigung an Anton von Webern. Das Fischer-von-Erlach-Portal ermöglicht Gästen den Blick auf die Pferdeschwemme.

Der Pausensaal ein Stockwerk darüber wurde 1995 als Fördererlounge gewidmet, dank der Unterstützung des mittlerweile verstorbenen amerikanischen Kunstmäzens Donald Kahn, der auch den Osterfestspielen Salzburg als Förderer sehr verbunden war. Die Lounge dient als Empfangssaal für Förderer, Sponsoren und deren Gäste und bietet Raum für verschiedene Veranstaltungen, so etwa die jährlichen Diskographischen Nachlesen mit Jürgen Kesting.

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