Chorkonzert Thielemann

Christian Thielemann im Gespräch über die Gurre-Lieder, die er 2020 zum ersten Mal dirigiert

Sächsische Staatskapelle Dresden


ARNOLD SCHÖNBERG
Gurre-Lieder für Soli, Chor und Orchester
Text von Jens Peter Jacobsen (Übersetzung: Robert Franz Arnold)

Camilla Nylund Tove
Christa Mayer Waldtaube
Stephen Gould Waldemar
Wolfgang Ablinger-Sperrhacke Klaus-Narr
Kwangchul Youn Bauer
Franz Grundheber Sprecher

Chor des Bayerischen Rundfunks
(Einstudierung: Howard Arman)
Prager Philharmonischer Chor
(Einstudierung: Lukáš Vasilek)
Mitglieder des Gustav Mahler Jugendorchesters
Christian Thielemann Dirigent

Dienstag, 7. April, 18:00
Freitag, 10. April, 18:00
Großes Festspielhaus

 

 

 

Sie sind wahrlich ein Monumentalwerk, Arnold Schönbergs Gurre-Lieder, die 1913 im Wiener Musikverein mit triumphalem Erfolg uraufgeführt wurden. Schönberg arbeitete zwischen 1900 und 1911 an der Komposition. Während dieser Phase hatte sich sein Stil bereits radikal verändert, weg von Dur und Moll in Richtung Atonalität und letztlich zur Zwölftontechnik. Somit stellen die Gurre-Lieder als spätromantische Komposition eine Art letztes großes Aufleuchten einer vergangenen Schaffensperiode dar.

Sie seien vielleicht „eine Antwort auf Mahlers Achte“, sagt Christian Thielemann im Gespräch über die Gurre-Lieder (siehe Video rechts oben), ein Stück, das ihn bereits lange fasziniere. Nicht minder faszinierend seit die Entwicklung des Komponisten, und nicht zuletzt dessen Persönlichkeit selbst. „Schönberg hat sich als Vollender von Bach, Brahms und Beethoven verstanden“, sagt Thielemann. Und er habe erkannt, dass es nach den „übersteigerten Tristan-Harmonien“ und den Klangmassen in der musikalischen Entwicklung nicht mehr weiter gehen konnte. Insofern sei Schönbergs stilistischer Bruch nach den Gurre-Liedern sehr nachvollziehbar.

Der Text zu den Gurre-Liedern stammt von Jens Peter Jacobsen (in einer Übersetzung von Robert Franz Arnold) und führt in die Sagen- und Märchenwelt. Der erste Teil schildert die verbotene Liebe zwischen König Waldemar und Tove, einer schönen jungen Frau aus dem Volk. Die eifersüchtige Königin Helwig veranlasst die Ermordung Toves, wovon die Waldtaube kündet. Im zweiten Teil klagt Waldemar Gott an, er habe ihm das letzte Glück geraubt. Im dritten Teil reiten Waldemar und sein Gefolge nach ihrem Tod als unerlöste Geister durch die Nacht.